DIE WURZELN
Von großem historischen Interesse ist die Entdeckung einer langobardischen Nekropole (Grabstätte) in Reveane, einer Fraktion in der Gemeinde Ponte nelle Alpi [2], und zweier anderer Nekropolen aus der Eisenzeit und aus der Römerzeit in Pieve d’Alpago [1].
Die Funde aus diesen Grabungsstätten sind im Naturkundemuseum in Chies d’Alpago ausgestellt.
In Belluno [3] sollte man unbedingt einen Besuch im Stadtmuseum planen: dort sieht man einen Grossteil jener archäologischen Funde, die von der Präsenz prähistorischer Kulturen im Provinzgebiet zeugen. Zu sehen sind Objekte aus der Mittelsteinzeit und der Bronzezeit aus Belluno, Cansiglio, dem Val Rosna und vom Monte Avena. Zeugnisse der antiken venetischen Kultur hingegen stammen aus den Grabungsstätten in Cavarzano, Ponte nelle Alpi, Alpago, Trichiana und Cadore. Daneben sind auch Fundstücke aus der Römerzeit, dem Mittelalter und ein hochinteressanter, in Trichiana gefundener Ritualschlüssel der Hallstätter Kultur (VII. v. Chr.) ausgestellt.
Der Piave entlang stromabwärts erreicht man das Städtchen Mel [4], eine weitere sehr wichtige Grabungsstätte, und die dort entdeckte frühgeschichtliche Nekropole steht als einzige in ganz Venetien zur Besichtigung offen. In steinernen Kistengräbern fand man zahlreiche Urnengefäße mit der Asche der Verstorbenen und Grabbeigaben. Ganz in der Nähe befindet sich das Archäologische Stadtmuseum mit vielen Fundstücken aus der Grabstätte (Vasen, Fibeln, Ohrringe...) und Stücken aus Privatsammlungen. Unbedingt besichtigen sollte man auch die Archäologische Grabungsstätte in Feltre [5] unter dem Domplatz. Die dort gemachten Funde reichen vom vorrömischen Zeitalter bis in späte Mittelalter. Der Grossteil der freigelegten Strukturen geht auf die Römerzeit zurück, mit einem Abschnitt des Municipium di Feltria, wo die Reste von Handelsläden und eines großen zentralen Baus mit Marmor- und Mosaikböden zu sehen sind. Als letzte Station schlagen wir die Ortschaft Lamon [7] vor. Im dortigen kleinen Archäologiemuseum findet man Stücke aus einer in San Donato entdeckten römischen Nekropole. Durch die Provinz Belluno führte einst die berühmte Römerstrasse Via Claudia Augusta. Von ihr übrig geblieben ist eine erst vor kurzem restaurierte Brücke in Stalena, und in der Villa Tauro alle Centenère (Cesiomaggiore; 18. Jhdt.) wird ein Meilenstein aufbewahrt. Eine Reproduktion ist übrigens vor dem Rathaus in Cesiomaggiore [6] zu sehen. [E.F.]
Länge: etwa 110 km
Fahrzeit: 2 Stunden und 40 Minuten




