DIE FAMILIE VECELLIO
Beschreibung
Die Provinz Belluno war die Heimat vieler illustrer Persönlichkeiten, und darunter sticht der Name des großen Renaissancemalers Tizian (Tiziano Vecellio) hervor. An der Seite dieses Meisters konnten sich auch einige seiner Familienmitglieder künstlerisch weiter entwickeln, und sie führten nach seinem Tod die malerische Schaffenstradition weiter. Zwischen Zoldo, Cadore, Comelico und in einigen anderen Orten im Provinzgebiet findet man deshalb viele Bauten, die eines oder mehr Werke der Vecellio hüten, besonders häufig sind sie jedoch in Sakralbauten zu sehen. Von Tizian ist die “Jungfrau mit Kind” (Vergine con Bambino) und die “Heiligen Andreas und Tiziano Vescovo” in der Kirche Santa Maria Nascente in Pieve di Cadore [7], dem Geburtsort des Meisters. Heute ist in seinem Geburtshaus übrigens ein sehr interessantes Museum eingerichtet. Dem Tizian zugeordnet sind auch ein Gemälde in der Kirche Vergine Addolorata in Forno di Zoldo [2] und eines in der Kirche Sant’Anna in Zoppè di Cadore [3]. Gemeinsam mit seinem Cousin Cesare arbeitete Tizian am Polyptychon in der Pfarrkirche Santa Maria Assunta in Lentiai [1]. Dort befinden sich des Weiteren eine Kassettendecke aus 20 wunderschönen Holztafeln und andere Fresken von Cesare. Ebenfalls im Valbelluna, im Dom von Belluno, kann man ein weiteres Werk von Cesare bewundern. Er arbeitete aber auch in den Bergdörfern im nördlichen Provinzgebiet, und hinterließ dort seine künstlerischen Spuren in Pieve di Cadore [7], im Palazzo “Magnifica Comunità” und in der Pfarrkirche; in San Vito [4] in der Kirche Santi Vito, Modesto e Crescienzia (in beiden sieht man übrigens auch Werke von Francesco, dem Bruder Tizians); in Tai di Cadore [6] in der Kirche San Candido; und in Vigo [10] in der Kirche San Martino. Zur selben Zeit wie Tizian widmete sich auch dessen Bruder Francesco Vecellio der Malerei. Außer in den vorhin genannten Kirchen findet man andere seiner Arbeiten in Domegge [9] (in der Kirche San Rocco) und in Perarolo [5] (San Rocco). Orazio Vecellio, der Sohn Tizians, trat ebenfalls in die Fußstapfen seines Vaters und schuf die Fresken in der Kirche San Biagio di Calalzo [8]. Und auch seine weiter entfernten Verwandten Marco und Fabrizio Vecellio haben dem Gebiet von Cadore und Belluno einige ihre Werke hinterlassen. Ein Gemälde von Marco Vecellio sieht man in der Pfarrkirche in Domegge [9], eines im Palazzo “Magnifica Comunità” in Pieve, zwei in der Pfarrkirche in Pieve di Cadore [7] und eines in San Pietro di Cadore [11] in der Peterskirche. In der Kirche San Rocco in Perarolo [5] ist eine Arbeit von Fabrizio Vecellio ausgestellt. [E.F.] Die Route
Von Lentiai über Forno di Zoldo, Zoppè di Cadore, San Vito, Perarolo, Tai und Pieve di Cadore, Calalzo, Domegge und Vigo nach Comelico.Länge: etwa 180 Km
Dauer: 3 Stunden und 30 Minuten
Als Alternative
In der Provinz Belluno, dem Land der Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler und Päpste wurde 1912 in der Ortschaft Canale d’Agordo Albino Luciani geboren (1978 ist er in Rom verstorben). Sein Geburtshaus, die Pfarrkirche und ein kleines Museum und ein Denkmal in der Kirche von Agordo erinnern an diesen großen Mann, der als Papst Johannes Paul I. in die Geschichte einging. Er war aber nicht der erste Papst, der aus unserer Provinz kam: vor ihm gab es schon Bartolomeo Alberto Cappellari, Papst Gregor XVI. (Belluno 1765 - Rom 1846), dessen Büste in der Kathedrale von Belluno zu sehen ist. Übrigens
Illustre Persönlichkeiten aus der Provinz Belluno sind der Pädagoge Vittorino da Feltre, der Arzt Panfilo Castaldi, der Franziskaner Martino Tomitano - bekannter unter dem Namen Beato Bernardino da Feltre -, der große Schriftsteller, Journalist und Maler Dino Buzzati und die Bildhauer Valentino Pancera Besarel und Andrea Brustolon. Unter den Malern glänzen dann noch Namen wie Sebastiano Ricci und sein Neffe Marco, ein berühmter Landschaftsmaler, und Ippolito Caffi (einige Werke dieser Künstler sind im Stadtmuseum von Belluno ausgestellt). Unter den zeitgenössischen Künstlern sind Augusto Murer, Fiorenzo Tomea und Masi Simonetti zu nennen. Und zuletzt noch Girolamo Segato, ein Chemie- und Mineralogiewissenschaft-ler mit einer besonderen Leidenschaft für die Mumifikation; er hat eine ganz spezielle Technik zur “Versteinerung” von Körpern ausgearbeitet.




