FRESKEN
Beschreibung
Die Tradition, Fassaden öffentlicher und privater Gebäude mit Fresken zu schmücken, ist in den Alpentälern unserer Provinz weit verbreitet. Oft wurden sie von den Hausherrn selbst oder von Wandermalern angefertigt. Diese Gemälde waren stets ein Ausdruck des religiösen Glaubens und des sozialen Prestiges der Hausbesitzer. In Caralte [1] (Perarolo) wacht eines Abbild des Hl. Christophorus über die Via del Cadore und in Valle [2] gehen bei den Fassadendekorationen in der Piazza Costa und in Via Romana sakrale und profane Inhalte ineinander über. Ihren Höhepunkt erlebt die Wandmalerei aber in der Ortschaft Cibiana [3] mit ihren mehr als fünfzig “Murales”: Dort hat man sich darauf verstanden, mit dieser antiken Technik einen Anstoß für die Wiedergeburt der Gemeinde zu geben. Die Wandmalereien wurden mit Affreskotechniken oder mit Acrylfarben, Keramik und Mischtechniken ab den 80er Jahren von italienischen und ausländischen Künstlern angefertigt und erzählen die Geschichte der Ortschaft: einer Gemeinde, die durch die Geschicklichkeit ihrer Schmiede berühmt wurde, deren Schlüssel im 19. Jahrhundert sogar Ägypten und die Türkei erreichten. Später wurde Cibiana dann als Austragungsort von Wintersportrennen bekannt. Heute präsentiert sich der Ort mit all seinen Fraktionen wie eine Freilichtgemäldegalerie, die mit Bildern von Prozessionen, Bränden, Emigration, Werksstätten, Läden, Handwerk und Heiligen über das Leben und die Geschichte der Kommune erzählt. Die Tradition der Wandmalerei in Cibiana ist in einem kleinen Museum dokumentiert - und in einer Dekorschule, die im Schatten der Murales Fuß fassen konnte und vom agordinischen Künstler Vico Calabrò geleitet wird. [C.A.N.] Die Route
Von Caralte über Valle di Cadore nach Cibiana di CadoreLänge: etwa km 18
Dauer: 25 Minuten Fahrzeit
Als Alternative
Nachdem die Truppen Maximilians I. die Stadt Feltre im Jahr 1510 schwer zerstört hatten, hat man sich im Rahmen ihres Wiederaufbaus auch sehr intensiv mit der Gebäudedekoration beschäftigt. An vielen der Häuser und Palazzi kann man deshalb noch heute Grotesken, architektonische Muster, Wappen, Abbildungen von Heiligen und geschichtliche und mythologische Figuren bewundern. Wir empfehlen einen Spaziergang von Porta Pusterla über die Piazza Maggiore, Via Paradiso und Via Luzzo nach Borgo Ruga. Übrigens
Unter den vielen Ortschaften, die während der letzten Jahre die Tradition der Wandmalerei wieder entdeckt haben, möchten wir im speziellen auf die Gemeinden Tambre und Lamosano im Gebiet von Alpago aufmerksam machen. Und in Sant’Anna, einer Fraktion von Tambre, kommt man zu einer anderen Kuriosität: dem “Buchhaus” (Casa del Libro; in Privatbesitz). Es ist zur Gänze aus Holz gebaut und eingerichtet - und sogar die Hemden und Pullover in den Schubläden und Kästen sind aus Holz!. Geschaffen wurde es vom venezianischen Bildhauer Livio De Marchi, der es in Erinnerung an seine eigene Kindheit und an seine Wurzeln den Kindern von Tambre gewidmet hat.




