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DER ERSTE WELTKRIEG

Beschreibung
Ungefähr 100 Jahre sind vergangen, seit am 28. Juni 1914 die beiden verhängnisvollen Schüsse in Sarajevo abgefeuert wurden und das Schicksal und die Zukunft von mehr als fünfzig Nationen in die Ungewissheit stürzten. Italien sprach sich anfangs für die Neutralität aus, aber nach zehn Monaten (am 24. Mai 1915) erklärte auch sie der ehemals “befreundeten” Dreierallianz den Krieg. Ab diesem Moment war die Provinz Belluno vorderste Frontlinie. Die Gebiete Cadore und Agordino grenzten an Cortina d’Ampezzo, Colle Santa Lucia und Livinallongo - Fodom, die sich zu jener Zeit noch in Südtirol und somit auf österreichischem Territorium befanden. Und genau dort verlief nun die vorderste Frontlinie und wurde zum Schauplatz unzähliger blutiger Kämpfe. Den militärischen Machthabern beider Kriegsheere schien es von äußerst großer strategischer Wichtigkeit, die Dolomitengipfel einzunehmen, da sie hervorragende Aussichts- und Stellungspositionen waren. Auf vielen dieser Gipfel sieht man die Kriegsspuren noch sehr deutlich. Man erkennt Schützengräben, Stollen, Tunnels, Befestigungen und Beinhäuser, und viele Bergsteiger entdecken bei ihren Touren immer wieder Reste, die dann oft in Museen ausgestellt werden. Einige Zonen im nördlichen Provinzgebiet waren aus militärstrategischer Sicht wichtiger als andere. Diese wurden dann nach limitierten Eroberungserfolgen zu “uneinnehmbaren” Hochburgen, über die hinaus der Feind nicht vordringen konnte. Darunter waren die Gipfel Monte Piana [1], Tofane [2], Lagazuoi [3], Sass de Stria [3], Settsass [4], Monte Sief [5], Col di Lana [5] und Marmolada [6]. Für den Fall eines Fronteinbruchs hat Italien Befestigungen hinter der Ersten Frontlinie geschaffen; diese sind Teil der sogenannten Befestigungsanlage Cadore-Maè und des Sektors Cordevole und bestanden aus einer Reihe von Bauten und Anlagen, mit deren Errichtung 1866 begonnen wurde, um die angeschlagenen Grenzen des Italienischen Reichs zu sichern. Die vorderste Verteidigungslinie ging am Cima Caldiera ab und verlief über die Gipfel Civetta [7], Fertazza [8], Rite [9], Antelao [10] und Marmarole [11] bis Casera Razzo [12]. Sie umschloss auch mächtige Panzeranlagen, wie die auf dem Monte Rite, dem Col Vidal, dem Pian dell’Antro und dem Monte Tudaio; heute sind diese Zonen aufgrund der vielen Karrenpfade und Militärwege sehr beliebte Wandergebiete. Dieser komplexe italienische Verteidigungsapparat erwies sich aber als nicht effizient und wurde nach der Niederlage von Caporetto, als der Monte Grappa [13] zum Schauplatz der dezisiven Auseinandersetzungen wurde, praktisch ineffektiv. Nach 1917 senkte sich wieder Stille über die Dolomiten, und die einheimische Bevölkerung sah sich mit dem konfrontiert, was der Krieg zurückgelassen hatte: Tod, Holzkreuze, Schützengräben, Forts, Stollen und Kanonentrichter. Der Monte Grappa ist ein weiterer Berg, auf dem schreckliche Kämpfe stattgefunden haben, denn auch er steht in einer strategisch sehr wichtigen Position: Von ihm aus kann man im Norden das Cismontal und das Gelände um Feltre, im Westen den Brentakanal, im Osten das breite Piavetal und im Süden die Ebene von Bassano del Grappa bis Pederobba kontrollieren. Auf diesem Massiv wurden in nur einem Jahr drei entscheidende Schlachten geschlagen, aus denen Italien als Sieger hervorging. Heute ist das Gebiet ein großes Freilichtmuseum: das Museo Diffuso del Grappa, dal Brenta al Piave [13]. Mit großangelegten Instandsetzungsarbeiten wurden dabei Schützengräben, Forts, Laufgräben, Militärstrassen und andere Kriegswerke wieder instand gesetzt. In einer Position mit einem wunderschönen Panorama kommt man zum Kriegerfriedhof Ossario di Cima Grappa in dem 12.615 italienische und 10.295 österreichisch-ungarische Soldaten (die meisten davon namentlich unbekannt) begraben liegen. Direkt unter dem Friedhof winden sich die 5 km langen Stollen der Galleria Vittorio Emanuele III [13], einem wahren Meisterwerk des militärischen Bauwesens. Wenn man auf den unzähligen Wanderwegen und Pfaden der in diesem Kapitel genannten Berge Exkursionen unternimmt, ist das wie eine Reise auf den Spuren der Geschichte und ihrer tragischen und oft unmenschlichen Mäander. [I.A.]

Als Alternative
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden die Körper der Kriegsgefallenen in diversen Friedhöfen beigesetzt, wie z.B. denen in Pian di Salisei (Livinallongo), Pocol (Cortina d’Ampezzo) und Pordoi (Livinallongo). Einige dieser Plätze wurden in Freilichtmuseen umgewandelt. Wenn man Wanderungen auf den Lagazuoi, den Cinque Torri, den Col di Lana, den Col Cervera oder den Col Vidal unternimmt, kommt man in Zonen, die einst im Mittelpunkt der schrecklichen Kriegsgeschehnisse standen. Dort kann man die (wieder instand gesetzten) Schützengräben besichtigen und erkennt an den Felsen noch sehr gut die Einschusstrichter der Geschütze. Es gibt auch einige “traditionelle” Kriegsmuseen: das Museum des Fedaia, des Col di Lana und der Ladiner in Pieve di Livinallongo; das Museum des Monte Piana, des ehemaligen Forts N’tra i Sass del Falzarego in Richtung Valparola und Sappada; sie alle bewahren sehr interessante und wertvolle Kriegszeugnisse auf. Zwei wirklich außergewöhnliche Stätten sind der Monte Rite mit seiner praktisch noch intakten Panzerbatterie, in der heute das Wolkenmuseum eingerichtet ist (ganz einfach über eine Militärstrasse erreichbar) und die Marmolada, unter deren Gletscheroberfläche die berühmte österreichische Eisstadt ruht und die mit dem Museum und dem Fort Punta Serauta auf sehr realistische Weise vom Krieg erzählt.

Übrigens
Bei den Kämpfen auf dem Monte Grappa gab es folgende fokale Punkte: das Fort Leone di Cima Campo (Arsiè), den Deutschen Militärfriedhof (Quero), das ehemalige österreichische Kommandoquartier (Valle di Schievenin) und das Observatorium (Seren del Grappa). Von den Kriegsgeschehnissen auf dem Grappa berichten außerdem drei Museen: das Piavemuseum (Caorera di Vas), in dem auch eine umfangreiche Kollektion von Uniformen zu sehen ist; das Lichtbildmuseum des Ersten Weltkriegs (Seren del Grappa) mit Fotografien, Karten, Identitätsausweisen und vielen anderen Dokumenten, und das Geschichtsmuseum in Alano di Piave, in dem von der Kommunikation, der Verteidigung, vom Leben in den Schützengräben und von Waffen erzählt wird.

Auskunfts
Museo Diffuso del Grappa, dal Brenta al Piave
Comunità Montana Feltrina
Viale Carlo Rizzarda, 21 - Feltre
Tel. +39 0439 3331
www.feltrino.bl.it

Piavemuseum
Piazza Caorera, 18 - Caorera di Vas
Tel. +39 0439 789009
www.museodelpiave.it

Geschichtliches Stadtmuseum Alano di Piave 
Via Don Nilo Mondin, 1 - Campo di Alano di Piave
Tel. +39 0439 779018
alano@feltrino.bl.it

Lichtbildmuseum des Ersten Weltkriegs
Via G. Marconi - Seren del Grappa
Tel. +39 0439 44013 • seren@feltrino.bl.it

Kriegsmuseum und Fotoausstellung
Via Corte, Palazzo ex Corte Metto - Auronzo di Cadore
Weitere Infos: Touristisches Infobüro

Museum Monte Piana - Erster Weltkrieg 1915/1918
c/o Hütte “Major A. Bosi” auf dem Monte Piana - Auronzo di Cadore
Tel. +39 0435 39034 • www.montepiana.com

Kriegsmuseum Fort Tre Sassi 
Falzaregopass - Valparola
Tel. +39 0436 861112 - +39 0436 863798

Sammlermuseum - Der Erste Weltkrieg 1915-18
c/o Baita La Murada, loc. Saviner di Laste 57/b - Rocca Pietore
Tel. +39 337 495027 / +39 328 6942801

Kriegsmuseum Serauta auf der Marmolada
Loc. Serauta - Rocca Pietore
Tel. +39 0437 522984

Kriegsmuseum
Loc. Cascatelle, Mühlbach - Sappada
Touristische Infobüros
Tel. +39 0435 469131
www.ilpiccolomuseodellagrandeguerra.it

Wolkenmuseum
Loc. Monte Rite - Cibiana di Cadore
Tel. +39 0435 890996
www.museonellenuvole.itmuseo@monterite.it

Links
Progetto co-finanziato dall'Unione Europea mediante il Fondo Europeo di Sviluppo Regionale. Iniziativa comunitaria INTERREG III A Italia-Austria.
"Progetto per lo sviluppo transfrontaliero di promozione turistica Provincia di Belluno - Tirolo" Cod. VEN 222068.