ACHTUNG, AUFNAHME!
Die Dolomiten haben schon ein langes Filmleben hinter sich. Grund dafür ist wahrscheinlich die Faszination, die sie ausüben, und die Tatsache, dass sie ohne “Schminke” und ohne jedes Zutun eine einzigartige Kulisse abgeben. Die Filmwelt erkannt das schon sehr früh, und seit Beginn letzten Jahrhunderts war die Provinz Belluno deshalb oft Standplatz von Filmsets.
Debütantin war Cortina d’Ampezzo [5]: Die Ortschaft wurde 1918 von Erich von Strohheim für den Film Blind Husband - Das Gesetz der Berge in den amerikanischen Studios rekonstruiert.
In den 20er Jahren begann man dann mit den Dreharbeiten vor Ort, wie zum Beispiel auf dem Cinque Torri oder auf dem Monte Cristallo.
Dreißig Jahr später, in den 50er Jahren, kam die italienische Komödie “in Bergversion” an die Reihe. Die Titeln einiger dieser Filme sind: Winterferien (Vacanze d’Inverno), Der Graf Max (Il Conte Max), Ein Bett für Drei (Il Letto a tre piazze). Und damals wurde Cortina auch zu einem beliebten Ferienziel der Grossen des Films. Ihren Urlaub verbrachten hier Stars wie Ingrid Bergman, Sophia Loren, Gina Lollobrigida, Brigitte Bardot, Clark Gable und Henry Fonda. Im Jahr 1963 hat man in Cortina einen Film gedreht, der Geschichte schrieb: Der Rosarote Panther mit dem unvergesslichen Peter Sellers in der Rolle des Inspektors Clouseau und mit Claudia Cardinale. Komik, Liebesaffären und Intrigen standen im Mittelpunkt der in den nachfolgenden Jahren gedrehten Filme - man braucht da nur an die in Italien sehr beliebte Serie Weihnachtsferien (Vacanze di Natale; 80er Jahre und 2000) zu denken. Und dann ist natürlich noch ein in den 90er Jahren gedrehter Streifen zu nennen, der in der ganzen Welt für Suspance gesorgt hat: Cliffhanger, mit Sylvester Stallone. Internationale Regisseure haben aber auch andere Zonen in der Provinz Belluno für ihre Dreharbeiten gewählt: das Gebiet von Ampezzo und Misurina [4] war zum Beispiel der Hintergrund für den Film Der Bär. Und dann gab es noch bellunesische Schriftsteller, die die Kinowelt inspirierten. So verfilmte Ermanno Olmi in den 90er Jahren eine Erzählung von Dino Buzzati: Das Geheimnis des alten Waldes ( Il segreto del bosco vecchio) mit Paolo Villaggio in der Rolle des Procolo. Die Aufnahmen wurden im Wald von Somadida [4] (zwischen Auronzo di Cadore und dem Tre Croci - Pass), auf der Passhöhe Sant’Antonio di Comelico Superiore [3] gemacht, und eine Szene drehte man am Bahnhof in Perarolo [2]. Dieser Film ist wie ein optisches Gedicht, ein wirklich beeindruckendes Werk, denn es ist, als hätte Olmi mit seiner Kamera die realen Jahreszeiten eingefangen. Einer der letzten in Belluno gedrehten Filme ist Piccoli maestri (Kleine Meister), der teilweise in der Villa Miari in Modolo [1] (direkt vor den Toren der Stadt Belluno) und am Bahnhof Perarolo [2] aufgenommen wurde. [E.F.]
Länge: etwa 150 km
Dauer : 3 Stunden Fahrzeit




