DIE WEISSE LINIE
Die etwas weniger als vierzig Gletscher und permanenten Schneefelder in den Bellunesischen Dolomiten sind die Überreste viel größerer Formationen aus jenen vergangenen Zeitepochen, zu denen die Berge und Täler entstanden. Sie befinden sich fast ausschließlich im Norden der Provinz Belluno - wo die Berge am höchsten sind - in den folgenden Berggruppen: Marmolada (Serauta), Pale di San Martino, Civetta, Pelmo, Tofane, Sorapiss, Antelao, Marmarole, Cadini di Misurina und Popera.
Der Marmoladagletscher [1] ist der größte in den Dolomiten und bedeckt den Gipfel und einen Teil des Nordhangs. Sein Schmelzwasser speist den darunter liegenden Stausee auf dem Fedaiapass. Um den Gletscher aus nächster Nähe zu betrachten, ist es am einfachsten, mit der modernen Seilbahn von Malga Ciapela (1.450 m) mit zwei Zwischenstationen nach Punta Rocca (3.250 m) hinauf zu fahren. Der Hauptgipfel der Marmolada ist der westlich gelegene Punta Penia (3.343 m) an der Grenze zwischen den Provinzen Belluno und Trient. Die Wanderung dort hinauf ist nur erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen. Auf dem Gletscher kann man auch im Sommer Schi laufen. Außer einem umwerfenden Panorama bietet die Marmolada, der höchste Gipfel der Dolomiten, seinen Besuchern bei der Zwischenstation der Seilbahn in Serauta ein hochinteressantes Museum mit Zeugnissen aus dem Ersten Weltkrieg (der sogenannte “weiße Krieg” und die österreichische Eisstadt). Sehenswert ist auch die Felskappelle in Punta Rocca mit der Marienstatue “Königin der Dolomiten”, die Papst Johannes Paul II. 1979 gesegnet hatte. Wer den Marmoladagletscher in seiner ganzen Pracht sehen will, kann folgende einfache Wanderung unternehmen: Von der Ortschaft Arabba [2] fährt man auf der Bundesstrasse Richtung Pordoipass. Auf halber Strecke (2.000 m Seehöhe) geht links der Wanderweg CAI 680 ab und führt nach Porta Vescovo (2.550 m) und zur Hütte Luigi Gorza. Dort oben hat man ein umwerfendes Panorama auf die “Königin der Dolomiten”.
Dauer: 2.00 Stunden
Anfahrt: Zu Fuß
Höhenunterschied: 550 m
Empfohlene Wanderzeit: von Juli bis September
In einer weiten Senke am Nordwesthang hütet er zwei Gletscher, und in der Nähe des Hauptgipfels hat er zwei kleinere Eisfelder. Der Gipfelanstieg ist aus technischer Sicht nicht einfach und deshalb nur erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen; weiter unten gibt es aber zahlreiche einfachere Wanderwege, die für jedermann geeignet sind.
Wir empfehlen Ihnen die Wanderroute mit Abmarsch bei der Hütte Scotter Palatini. Von dort steigt man auf den Sattel “Forcella Piccola” hinauf (herrliches Panorama auf die Gruppe Marmarole) und wandert danach in Richtung Val d’Oten zur Galassi - Hütte hinunter. Von der Hütte erreicht man den unteren Gletscher. Wer eine ausreichende Alpinerfahrung hat, kann sich auf einem Felssteig zum Sattel “Forcella del Ghiacciaio” (2.548 m) hinauf wagen; dort hat man einen umwerfenden Blick auf den oberen Gletscher, der unterhalb des Gipfels Fanton liegt.




